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djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
Homepage:
www.djo-sachsen-anhalt.de
Wer den Namen djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt
e. V. liest ist zunächst irritiert. Warum das djo, wenn es doch heißt Deutsche
Jugend in Europa? Die djo-Deutsche Jugend in Europa, ursprünglich 1951 als
Deutsche Jugend des Ostens von und für Kinder und Jugendliche aus den ehemaligen
deutschen Ost- und Siedlungsgebieten gegründet, sollte diesen Kindern
und Jugendlichen einen Ort für gemeinsame Betätigung zu geben. Die Pflege der
Kultur, Sprache und Gebräuche der Herkunftsgebiete bot Schutz und Geborgenheit
gegenüber der alltäglichen Erfahrung von Fremdheit, Ausgrenzung und Ablehnung.
Erst 1974 wurde der Osten durch Europa ersetzt. Die Buchstaben djo
wurden als Zeichen für die Herkunft des Verbandes bis heute beibehalten. Dadurch
wurde das neue Selbstverständnis dokumentiert, sich für einen
Zusammenschluss Europas auf föderativer Grundlage einzusetzen, in dem der
trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Dabei sollte der Jugendverband
eine Brückenfunktion zwischen West- und Osteuropa einnehmen.
An dieser Tatsache hat sich bis heute nichts geändert. Deutschland ist und wird
mehr und mehr zu einer interkulturellen und multiethnischen Gesellschaft. Auch
Sachsen-Anhalt ist von dieser Entwicklung nicht ausgeklammert. Seit 2006 fördert
daher der Landesverband der djo die interkulturelle Öffnung unseres Bundeslandes
und arbeitet mit einer oft vergessenen Gruppe junger Menschen zusammen,
nämlich jenen, die nicht in Deutschland geboren wurden und in ihrer Kindheit
oder frühen Jugend zu uns gekommen sind. Auch wenn die Menschen mit
Migrationshintergrund im Vergleich zu anderen westdeutschen Bundesländern nur
einen sehr kleinen Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen, existieren Jugendclubs,
Initiativen und Vereine in fast jeder kleineren Stadt in Sachsen-Anhalt. Manchmal
sind sie die einzigen, die
noch das kulturelle Leben auf
dem Land bestimmen. Hier anzusetzen
und sie an die Jugendarbeit
heranzuführen und
ihnen die Wege zu den
Fördermitteln, zu den Netzwerken
im Land und zu den politischen
Entscheidungsträgern
aufzuzeigen, sollte daher im
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Interesse aller liegen - um so mehr, bedenkt man die vielen negativen Ereignisse
im Zusammenhang mit rassistisch motivierten Straftaten der letzten Jahre.
Doch genau so, wie die jungen Zuwanderer gefordert sind, am gesellschaftlichen
Leben teilzunehmen, sind wir als Aufnahmegesellschaft gefordert uns zu öffnen,
unser Wissen zu teilen und auch diejenigen teilhaben zu lassen, die aufgrund von
Sprachbarrieren und unterschiedlichen kulturellen Backgrounds bisher ein Nischendasein
gefristet haben. Die interkulturelle Öffnung aller am gesellschaftlichen Leben
teilhabenden Organisationen, egal ob es sich dabei um Jugendverbände oder
andere Interessengruppen handelt, ist daher eine große Aufgabe für die Zukunft.
Natürlich ist dies ein Prozess, der unter erschwerten Bedingungen vollzogen werden
muss. Jung zu sein in Sachsen-Anhalt wird immer uninteressanter. Abwanderungstendenzen
unter jungen Menschen in andere Bundesländer zu
Ausbildungs- und Studienzwecken haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen.
Hochschulabsolventen
aus den beiden Universitäten
in Halle und Magdeburg
sowie aus den
verschiedenen Fachschulen
des Landes finden
kaum Anreize in
Sachsen-Anhalt zu bleiben.
Die so genannten
Haltefaktoren nehmen
immer mehr ab. Gleichzeitig
verringern sich die
Mittel für die Bildung und
die Jugendarbeit in drastischer
Weise. Die Angebote
werden weniger.
Ein großer Teil junger benachteiligter Menschen kann bereits heute schon nicht
mehr erreicht werden. Alle müssen sich an dieser Stelle die Frage stellen: Wer
aber bleibt, wer geht?
Lösungswege aus der demografischen Falle, aus der Bildungsmisere, aus dem
Wohlstandsgefälle gibt es viele, jedoch sind sie alle mit einem hohem finanziellen
Aufwand verbunden. Ein Aufwand, den das Land Sachsen-Anhalt nicht bewältigen
kann oder bewältigen will. Die Trägerlandschaft in Sachsen-Anhalt wird sich
daher in den kommenden Jahren sehr verändern müssen.
Für viele wird es dabei ums bloße Überleben gehen, andere werden ihre Inhalte
anpassen müssen. Die djo wird weiter den eingeschlagenen Weg als Brücke zwischen
Ost- und West verfolgen und sich für die Öffnung der Aufnahmegesellschaft
und die Teilhabe junger Zuwanderer am gesellschaftlichen Leben in Sachsen-
Anhalt stark machen.
www.reformhaus-halle.de wird betreut von www.halle-vereine.de
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